Philipp Jakob Spener, * 13.1.1635 (Rappoltsweiler), + 5.2.1705 (Berlin)
Theologe

Spener kam 1691 als Propst und Pfarrer an die Nicolaikirche in Berlin, er führte den Konfirmationsunterricht und die Konfirmation in Brandenburg ein.

Philipp Jakob Spener wurde früh von Eltern und Patin auf das Predigeramt hingeführt. Er studierte in Straßburg und Basel. Dabei beschränkte sich sein Interesse nicht auf die Theologie. In Basel lernte er die reformierte Kirche und vor allem den Jesuiten Labadie, der zu den Reformierten konvertiert war, kennen. Labadie vermittelte ihm, dass Hauskreise und Bibelkreise wirkungsvoller seien als wortgewaltige Predigten. Spener wurde dann 1662 Prediger in Straßburg. Hier studierte er auch weiterhin und hielt Vorlesungen.
1666 wurde er als Senior nach Frankfurt/Main berufen, wo er den Konfirmandenunterricht einführte. Nach einer Erweckung in seiner Gemeinde legte er besonderen Wert auf Versammlungen außerhalb der Gottesdienste, um so eine Kerngemeinde heranzubilden. Diese Versammlungen stießen bald auf Spott und Ablehnung. Ihre Mitglieder wurden als Pietisten oder Frömmler verspottet, die Theologen warfen ihm vor, er predige die Werkgerechtigkeit und in den eigenen Reihen musste Spener gegen geistlichen Hochmut und Separationstendenzen angehen. Dennoch wurden in vielen Orten Gemeinschafts-Versammlungen nach seinem Vorbild gegründet (z.B. in Hamburg, Augsburg und Essen).
1686 kam Spener als Hofprediger nach Dresden. Hier führte er den Katechismusunterricht ein. Intrigen des Hofes und der Theologen gegen ihn machten seine Stellung schließlich unhaltbar, so dass er einen Ruf nach Berlin annahm. Er wurde Mitglied des Konsistoriums und setzte sich hier besonders für die Gründung der Universität Halle ein. Mit der Berufung seiner Freunde Anton, Breithaupt und Francke nach Halle wurde die Universität zum Zentrum der Erneuerungsbewegung, die Spener ins Leben gerufen hatte.

Die Straße wurde um 1887 angelegt und benannt

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